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Das kann doch nicht wahr sein ...?

Letzte Woche las ich bei heise.de einen Artikel mit der Überschrift:

"Störung des natürlichen Gleichgewichts des Universums"

Ich forschte nach und erfuhr folgendes:

Am 12. Januar 2005 hat die NASA eine Raumsonde losgeschickt. Ziel ist ein Komet mit dem Namen Tempel 1, der 137 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt liegt (schwebt?).

Der Namen dieser Sonde ist bezeichnenderweise 'Deep Impact’, was übersetzt 'tiefer Einschlag’ bedeutet. Die FAZ nannte sie denn auch 'kosmischer Rammbock’. Allein das sagt schon alles.

Der Kern des 1867 von Ernst Tempel entdeckten und nach ihm benannten Kometen, der alle 5,5 Jahre einmal die Sonne umrundet, misst acht bis neun Kilometer. Die Sonde enthält einen Impactor, der eine Masse von 370 Kilogramm hat und mit einer Geschwindigkeit von 10,2 Kilometern pro Sekunde am 4. Juli (amerikanischer Unabhängigkeitstag) auf den Kern von Tempel 1 stürzen soll. Dabei wird eine kinetische Energie freigesetzt, die der Explosionsenergie von 4,8 Tonnen TNT (Trinitrotoluol) entspricht.

Wozu das Ganze?
Man möchte endlich wissen, wie es auf einem Kometen aussieht und woraus er besteht. Das ist doch ein berechtigtes Interesse oder..?

Das sieht eine russische Astrologin anders und klagte gegen dieses Nasa-Projekt "Deep Impact". In ihrer Klageschrift heißt es:

'Die Aktionen der NASA verletzen mein spirituelles und moralisches Wertesystem, besonders was den Wert eines jeden Elements der Schöpfung, was die Unannehmbarkeit eines barbarischen Eingriffs in das natürliche Leben des Universums und was die Störung des natürlichen Gleichgewicht des Universums betrifft.’

Die Klage der Astrologin wird wohl keinen Erfolg haben, was sehr zu bedauern ist ( mal abgesehen von ihrem Schadensersatzanspruch, den man belächeln oder eher symbolisch betrachten kann).

Aber ihr ist es gelungen, die Welt aufmerksam zu machen auf ein Projekt mit möglicherweise weitreichenden Folgen.

Unser Kosmos ist ein fein auf einander abgestimmtes System, das bis heute von Wissenschaftlern nur in Ansätzen erforscht ist. Erwiesen ist, dass jedes Masseobjekt dazu beiträgt, das kosmische Gleichgewicht zu erhalten. So weiß man z.B. dass Jupiter durch seine gewaltige Größe wie ein kosmischer Staubsauger wirkt, der gefährliche Meteoriten an sich zieht und damit von der Erde fernhält, wie 1994 den Meteor Schoemaker- Levy IX. Ohne Jupiter wäre die Erde längst das tödliche Opfer von Meteoren und auch Meteoriten geworden.

Die Folgen eines Aufpralls auf Tempel 1 sind nicht vorhersehbar und man kann besagter Astrologin nur danken, dass sie auf etwas aufmerksam gemacht hat, dass normalerweise kein Thema für die Öffentlichkeit ist.
Dass das anders wird, dafür kann sich jeder einzelne einsetzen. Das bedeutet auch, der Hybris einer Wissenschaft entgegen zu treten, die den Kosmos als Experimentierfeld betrachtet, und mutig dafür einzutreten, dass unser Planet eine Perle des Kosmos bleiben kann.

Links:

heise.de vom 12.05.2005

FAZ vom 10.01.2005

Technische Infos zu 'Deep Impact’


Aktualisiert 11.03.2010






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