Als
ich das neue Layout meiner Homepage plante, schrieb ich meiner
Grafikerin, sie solle mit
den
Worten Wendepunkte, Gedanken, Blickwechsel und Astrologie spielen.
Als ich das Ergebnis sah, musste ich feststellen, dass das Wort
Blickwechsel zu Blickwerk geworden ist und das ungewollt, einfach
aufgrund der Verwischtechnik.
Ich dachte, jetzt ist ein neues Wort geboren, aber ich täuschte
mich. Im Internet findet man mehrere Seiten mit dem Titel Blickwerk,
meistens von Künstlern/ Fotografen, die mit dem Wort auf
neue Ebenen der Wahrnehmung aufmerksam machen wollen.
Dann erinnerte ich mich an einen Artikel,
den ich vor einiger Zeit hier veröffentlicht habe: Innere
Bilder im Horoskop. Hier hatte ich begonnen mit Rilke:
Denn
des Anschauns, siehe, ist eine Grenze.
Und die geschaute Welt
will in der Liebe gedeihn.
Werk des Gesichts ist getan,
tue nun Herz-Werk
an den Bildern in dir.
Rilke
spricht von Herz-Werk und davon, dass das Anschaun eine Grenze
hat.
Blickwerk
nun, ist das, was wir täglich erschaffen:
wir
schauen, vergleichen das, was wir sehen, mit Bekanntem, ordnen
es ein, sortieren es aus, wenn es unbekannt ist. Und zum Schluss
halten wir das, was wir sehen, für Realität.
Bedenkt man, dass es viele verschiedene Ebenen gibt, auf denen
man etwas wahrnehmen kann:
- die
Ebene des Universums
- die
Ebene der Erde als Planet
- die
Ebene des täglichen Lebens
- die
mikroskopische Ebene der Zellen
- und
die noch darunter liegende Ebene der Atome, auf der quantenphysikalisch
nichts Festes existiert, auf der alles leer und doch reine Energie
ist,
dann
begreift man,
dass des Anschauns eine Grenze ist, die sich dadurch bestimmt,
worauf man seinen Focus richtet.
Unser
Blickwerk ist EINE Möglichkeit von vielen und auf der Ebene
einer höheren Intelligenz sind alle Blickwerke gleich wahr.
Dies zu erinnern, macht das Leben faszinierend.